Vorlage · Mieten

Mieterselbstauskunft: Vorlage und zulässige Fragen

Mit der Selbstauskunft stellen sich Mietinteressenten dem Vermieter vor. Unsere Vorlage enthält nur Fragen, die Vermieter nach Datenschutzrecht stellen dürfen – inklusive Datenschutzhinweis zum Ausfüllen durch den Vermieter.

  • für Mieter
  • für Vermieter
  • DSGVO, AGG

Mieterselbstauskunft

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Wozu dient die Mieterselbstauskunft?

Vermieter möchten wissen, ob Mietinteressenten die Miete dauerhaft zahlen können und ob die Wohnung zu ihnen passt. Mit der Selbstauskunft – auch Mieterauskunft oder Mieterfragebogen genannt – geben Interessenten diese Informationen freiwillig und strukturiert weiter. Einen gesetzlichen Anspruch darauf hat der Vermieter nicht; in der Praxis ist die Selbstauskunft aber fester Bestandteil fast jeder Wohnungsbewerbung.

Welche Fragen sind erlaubt – und welche nicht?

Vermieter dürfen nur Daten erheben, die für die Entscheidung über den Mietvertrag erforderlich sind (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Fragen, die zu einer Benachteiligung führen können, sind außerdem nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz tabu.

In der Regel zulässig

  • Name und Kontaktdaten, derzeitige Anschrift
  • Zahl der Personen, die einziehen sollen
  • Beruf, Arbeitgeber und ob das Arbeitsverhältnis ungekündigt ist
  • Monatliches Nettoeinkommen
  • Mietrückstände, Räumungsklagen wegen Zahlungsverzugs, Insolvenzverfahren, Vermögensauskunft, Lohnpfändung
  • Haustiere, Musikinstrumente, geplante gewerbliche Nutzung

Nicht zulässig

  • Staatsangehörigkeit, ethnische Herkunft, Religion
  • Familienplanung, Kinderwunsch, Schwangerschaft
  • Gesundheit, Behinderung, sexuelle Orientierung
  • Vorstrafen und laufende Ermittlungsverfahren
  • Mitgliedschaft in Parteien, Gewerkschaften oder im Mieterverein
  • Bankverbindung vor Vertragsschluss

Wann dürfen welche Angaben verlangt werden?

Die Datenschutzaufsichtsbehörden empfehlen ein schrittweises Vorgehen: Für die Besichtigung genügen Name und Kontaktdaten. Erst wenn ein Interessent eine Wohnung anmieten möchte, darf der Vermieter nach Einkommen, Beruf und den oben genannten Punkten fragen. Nachweise wie Gehaltsabrechnungen, eine Bonitätsauskunft oder die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung sind erst gerechtfertigt, wenn der Vermieter mit genau diesem Interessenten abschließen will.

So nutzen Sie die Vorlage

  1. Mietinteressenten füllen Abschnitte 1 bis 6 aus – für zwei Personen, wenn beide den Vertrag unterschreiben sollen – und unterschreiben die Erklärung.
  2. Vermieter tragen in Abschnitt 7 ihre Kontaktdaten als Verantwortliche ein und erfüllen damit ihre Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO.
  3. Nach der Entscheidung: Unterlagen nicht berücksichtigter Bewerber löschen bzw. vernichten.

Häufige Fragen

Bin ich verpflichtet, eine Selbstauskunft auszufüllen?

Nein. Die Selbstauskunft ist freiwillig; es gibt keinen gesetzlichen Anspruch des Vermieters. Da Vermieter ihre Auswahl aber häufig davon abhängig machen, verbessert eine vollständige und ordentliche Selbstauskunft Ihre Chancen.

Was passiert, wenn ich falsche Angaben mache?

Bei zulässigen Fragen müssen die Antworten stimmen. Wer hier bewusst falsch antwortet – etwa zum Einkommen oder zu Mietschulden –, riskiert, dass der Vermieter den Mietvertrag anficht oder kündigt. Unzulässige Fragen dürfen Sie dagegen unbeantwortet lassen; nach herrschender Meinung ist dort sogar eine unwahre Antwort folgenlos.

Darf der Vermieter eine SCHUFA-Auskunft verlangen?

Eine Bonitätsauskunft wird in der Regel erst dann als erforderlich angesehen, wenn der Vermieter mit Ihnen den Vertrag abschließen möchte – nicht schon bei der Besichtigung. Eine Kopie Ihrer bei der SCHUFA gespeicherten Daten erhalten Sie kostenlos (Art. 15 DSGVO).

Wie lange darf der Vermieter meine Daten aufbewahren?

Nur so lange, wie er sie für die Auswahl braucht. Kommt kein Mietvertrag zustande, sind die Daten zu löschen – eine kurze Aufbewahrung zur Abwehr möglicher Ansprüche (etwa nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz) ist zulässig. Unsere Vorlage nennt als Höchstgrenze sechs Monate.

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